Hier ein kurzer Bericht über den Erdorchideen-Tag am 22.11.2008 in der D.O.G.-Zentrale, Flößweg 11, 33758 Schloss Holte-Stukenbrock.
siehe auch:
http://www.orchidee.de/forum/index.php?topic=206.0Nach einer kurzen Begrüssung durch den Präsidenten der D.O.G., Gerd Röllke, begann der erste Vortrag.
Ingrid von Ramin berichtete über ihren
Jardin Limodore in Frankreich. Sie zeigte in schönen Bildern, welche Orchideen in ihrem Garten gedeihen und welche Pflegemaßnahmen sie regelmäßig ergreifen muss, damit diese Pflanzen optimal gedeihen. Sie beschäftigt sich dabei nicht nur mit dem Erhalt der Pflanzen in ihrem Garten, sondern auch mit der vegetativen Vermehrung, um Pflanzen an anderen Stellen neu anzusiedeln. Sie berichtete aber auch anhand einiger Beispiele darüber, wie wenig ausgeprägt der Naturschutzgedanke in Frankreich zu Zeit in der Öffentlichkeit ist.
Konrad Koch aus München zeigt in seinem Vortrag, wie er seine Neuzüchtungen auf einem Gelände im Berchtesgardener Land unter den rauhen Bedingungen des Freilandes kultiviert. Seine Prämisse: Gartenorchideen müssen unter den Bedingungen des Freilandes zeigen, was sie können. Bei ihm wird weniger anhand der Größe, Farbigleit und Schönheit der Blüten selektiert sondern nach der Wüchsigkeit und Widerstandskraft unter Freilandbedingungen. Er erläuterte die Art seiner Kultur in Hochbeeten und ging dabei auch auf Dinge wie Bodenvorbereitung, Zusammensetzung des Pflanzstoffs und auf die Schattierung ein. Anschließend zeigte er eine Reihe von Cypripedium-Hybriden und legte dabei auch Wert auf die natürliche Bandbreite dieser Hybriden.
Frederike von Rundstedt von der Firma "Bock Bioscience"gab in ihrem Überblick nicht nur einen Überblick über ihr Unternehmen sondern auch über die Geschichte der in-vitro-Kultur im Allgemeinen und bei Orchideen im speziellen. Sie berichtete dabei auch über die Besonderheiten, die sich im Hinblick auf die Klonierung speziell bei Cypripedien ergeben.
Ursula Schuster aus Illertissen ging in ihrem Vortrag auf die verschiedenen Kulturzonen im Garten ein. Diese Kulturzonen umfassen den Schattengarten, die Teichrandzonen mit anschließender Blumenwiese und das Moorbeet (Nieder- und Hochmoor). Sie schilderte dabei detailliert, welche Maßnahmen für die einzelnen Kulturzonen notwendig sind, um dort Orchideen anzusiedeln, welche Pflegemaßnahmen notwendig sind und welche Orchideen dort gut gedeihen. Abschließend gab sie einen kurzen Überblick über die verfügbare Literatur zu diesen Themen.
Holger Perner zeigte in seinem Vortrag alle 27 Arten der Gattung
Cypripedium, die in China vorkommen. Er ging dabei Sektionsweise vor und zeigte nicht nur wunderschöne Blütenaufnahmen, sondern auch immer den dazu gehörenden Naturstandort. Als guter Kenner der regionalen Verhätnisse konnte er auch detaillierte Fakten zu den jeweiligen Lebensumstände der verschiedenen Arten und ob und wie sie eventuell in Kultur zu behandeln sind. Abschließend zeigte er anhand von Bildern seiner Gärtnerei die Kultur von Cypripedien in China und berichtete von seinen Erfahrungen.
Alles in Allem: Dies war eine hochinteressante Veranstaltung, bei der es sehr viele interessante Informationen und viele Einblicke in die Kultur von Gartenorchideen gab.
Wer diesen Gartenorchideen-Tag verpasst hat, sollte sich im Kalender unbedingt den nächsten Gartenorchideentag vormerken:
Der nächste Gartenorchideentag wird voraussichtlich
am Samstag, den 21. November 2009 stattfinden.viele Grüße,
Joachim